Das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) hat die ersten 30 kommunalen Wärme- und Kältepläne ausgewertet, die im Rahmen des EWKG 2021 vorgelegt wurden. Die betrachteten Kommunen umfassen zusammen fast 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Das entspricht nahezu 44 Prozent der Bevölkerung Schleswig-Holsteins.
Was die Auswertung zeigt
1. Schwerpunkt der ersten Planungsrunde
Die Auswertung basiert auf den nach dem zentralörtlichen System verpflichteten Kommunen. Das erklärt, warum die erste Stichprobe vor allem Städte und zentrale Orte abbildet.
2. Wer die Wärmepläne erstellt
Die Pläne wurden teils von Stadtwerken mit Unterstützung externer Beratung erstellt, teils federführend durch Beratungsgesellschaften. In zehn der dreißig Pläne waren örtliche Stadtwerke beteiligt.
3. Versorgungskonzepte: Netze und dezentrale Lösungen
Die Pläne zielen überwiegend auf einen Mix aus Wärmenetzen und dezentralen Lösungen. Als wesentliche Technologien werden Wärmenetze, häufig versorgt durch Großwärmepumpen, sowie dezentrale Einzellösungen genannt. Insbesondere Wärmepumpen spielen dabei eine zentrale Rolle.
4. Maßnahmen: Effizienz und Sanierung
Alle Pläne setzen auf eine deutliche Reduktion des Wärmebedarfs durch energetische Sanierungen. Der Bericht nennt als erforderliche mittlere Sanierungsrate ab 2025 rund 1,8 Prozent pro Jahr. Für 2023 wird für Schleswig-Holstein ein Wert von rund 0,7 Prozent pro Jahr angegeben.
5. Umsetzung: Beschlüsse knüpfen häufig an Machbarkeitsnachweise an
Die Pläne sind in der Regel per Beschluss der Kommunalvertretung bestätigt. Häufig wird die Verwaltung beauftragt, die Energieversorgungsinfrastrukturen auf Grundlage des Plans weiterzuentwickeln. Die Vorbereitung konkreter Umsetzungen wird dabei vielfach an den Nachweis der Machbarkeit der im Plan genannten Maßnahmen geknüpft.
Bedeutung der Auswertung für die Kommunen
Die Auswertung bietet den Kommunen eine belastbare Orientierung, wie Wärmepläne in Schleswig-Holstein bislang ausgestaltet sind und welche Schwerpunkte sich in der Praxis abzeichnen. Sie zeigt, welche Versorgungsansätze häufig gewählt werden, welche Rolle Stadtwerke einnehmen und welche Maßnahmen priorisiert werden. Zudem wird deutlich, dass viele Kommunen die weitere Bearbeitung der Planinhalte an vertiefende Prüfungen und Machbarkeitsnachweise knüpfen.
Für die Kommunen dient die Auswertung damit als Vergleichs- und Einordnungshilfe für die eigene Wärmeplanung und die nächsten Arbeitsschritte. Das Wärmekompetenzzentrum Schleswig-Holstein greift diese Erkenntnisse in seiner Beratung auf und unterstützt Kommunen insbesondere bei der Einordnung gesetzlicher Anforderungen, bei der Datenanalyse und Potenzialbewertung sowie bei Fragen zu Ausschreibungs- und Beteiligungsverfahren.
Der Auswertungsbericht des Landes steht online zur Verfügung.







